Klappentext

Wie viele Chancen hast du verdient?
Wie viele Chancen gibst du dir selbst?
Und können dich diese Chancen vor dem Abgrund retten?

Nash ist bei demselben Pflegevater wie Tanner aufgewachsen, doch er verbirgt ein großes Geheimnis.
Um seine Vergangenheit zu vergessen, greift er immer häufiger zu Drogen, bis er sich selbst dabei verliert. Mithilfe seiner Brüder zieht er die Reißleine und begibt sich in ein Programm, das ihn darin unterstützen soll, clean zu werden. Es führt ihn auf eine Ranch in Texas, wo er auf die verschlossene Elli trifft.
Auch Elli scheint etwas hinter sich zu haben, das sie gebrandmarkt hat.
Ist das der Grund, weshalb sie Nash von Anfang an aus dem Weg geht? Und weshalb kommt sie ihm so unglaublich bekannt vor?
Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso näher kommen sie sich. Doch Nashs Vergangenheit wird ihn niemals gehen lassen. Außerdem ist er sich nicht sicher, ob es ihm hilft, einem Menschen zu vertrauen, der genauso verwundet ist wie er selbst, oder es ihn zurück in den tiefen Strudel zieht. Dorthin, wo er niemals mehr sein wollte.

Können zwei zerbrochene Teile noch ein Ganzes ergeben? Oder würden sich die scharfen Kanten zweier geschundener Seelen nur aneinander reiben und gegenseitig zerstören?

Meine Meinung

Zitat: “Das Problem beim Verdrängen war jedoch, dass die Dinge in einem unbedachten Moment nach oben drückten. Immer wieder. Man musste ständig dagegen ankämpfen, dass der Deckel, der alles verschloss, nicht aufsprang und der Inhalt einen verbrühte. Ein ewig andauernder Kampf. Bis zum Ende.”

Treffender hätte Nash es niemals sagen können. Und ich weiß nur zu gut, wie sich das anfühlt, weshalb ich in dieser Geschichte gefangen war. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich habe es aufgesagt bis zum letzten Wort.

Nur einen Tag mit Rose und ihren Protagonisten und ich saß abends in einem Strudel aus Erinnerungen, die mich noch deutlicher mit Nash und Elli fühlen ließen, was sie durchmachten. Ja, ich gehörte irgendwann mal vor langer Zeit in jene Welt, die sie beschreibt.

Ich habe es genossen, den beiden dabei zuzusehen, wie sie sich ins Leben zurückkämpfen. Hand in Hand und mit der Kraft des jeweils anderen. Die Stärke, die diese zwei bewiesen haben, hat mich beeindruckt und fasziniert gleichermaßen.

Der Schreibstil von Rose ist herrlich einfach. Dennoch merkt man, dass sie sich auch weiterentwickelt. Die Geschichte ist aus beiden Sichten erzählt und teilweise mit der Vergangenheit gespickt, die es besser verständlich macht, warum sie abgerutscht sind. Was sie zu dem gemacht hat, was sie jetzt sind.

Ellies Ängste, dass sie durch ihre Vergangenheit nicht gewollt wird, sind für mich sehr gut nachvollziehbar. Nicht jeder kann mit der Geschichte eines Menschen umgehen, die nicht auf Rosen gebettet ist. Ebenso wie Nash glaubt, dass er es niemals wert sein könnte, weil er alles und jeden um sich herum zerstört, war für mich greifbar. Umso schöner fand ich das Ende, welches knapp und ohne großes Trara war.

⭐⭐⭐⭐⭐

Eure Nine