Wenn die beiden Leseratten einen Abstecher in die Musikwelt machen, kommt dabei ein schnukliger Country-Gig zu Stande. Wir waren in Köln, und das nicht nur um die Stadt unsicher zu machen. Neben dem Dom, der Breiten und Hohen Straße oder dem Heumarkt war das Gloria Theater für uns interessant. Grund dafür war Charles Esten, der für drei Konzerte aus den USA nach Deutschland kam.

Schon gegen 17 Uhr standen die ersten zwei kleinen Menschentrauben vor dem Gloria Theater in der Apostelnstrasse. Grund dafür war kein Platzmangel im Café. Erst beim näheren Hinsehen entdeckten wir die unscheinbaren Shirts des Fanclubs, der darauf wartete, endlich zu ihm zu können. Denn hinter den verschlossenen Türen war Charles, der auf seine VIPs wartete.

Während rund 15 Leute ihre VIP-Karten nutzten, standen wir mit der anderen Traube draußen und unterhielten uns mit dem ein oder anderen. Themen an diesem Abend waren natürlich Country, Nashville, Grand Ole Opry, Elvis Presley und viele mehr. Die Altersklassen waren sehr gemischt – von Anfang 20 bis ca. 50 Jahre war alles vertreten. Mutter-Tochter-Duos, Paare, selbst Holländer, Franzosen und Amerikaner waren anwesend. Eine verrückte bunte Mischung füllte gegen halb sieben den kleinen Konzertraum, in den nur ein paar Hundert Leute passen, und sorgte so dafür, dass dieser Gig ausverkauft war.

Roads&Shoes machten auf dieser kleinen Tour den Support für Charles. Johanna und Linda, die beiden Kölnerinnen, zeigten ihr Können und begeisterten die Leute. Und das nicht nur mit ihren eigenen Songs, die im Kopf hängen bleiben, sondern auch mit Charles gemeinsam, der sich die beiden Frauen nicht nur einmal auf die Bühne geholt hat.

Nach einer halben Stunde Opener wurden schnell die Gitarren ausgetauscht und dann war es auch endlich soweit. Kreischende, jubelnde Menschen feuerten den Mann des Abends an. Egal, was wir uns von dem Abend erhofft hatten, Charles alias Deacon Claybourne übertraf es um Längen. So, wie man ihn aus der Musik-Serie Nashville kennt – locker, leger und mit seinem “Deacon”-Gitarrengurt -, stand er vor uns. Beginnend mit “Whisky Lips” schlenderten wir mit ihm gemeinsam von Song zu Song. Auch am Klavier zeigte er sein Können und begeisterte seine Fans mit Songs wie “Without You”.

Zu jedem Song gab es eine kleine Geschichte, und er zeigte seine Begeisterung gegenüber seinen Fans ebenso wie diese es ihm. Die Textsicherheit eines Jeden ließ ihn dann zur Zugabe endgültig verstummen. Mit Roads&Shoes spielte er den Song “A Life That´s Good”. Der kleine Saal leuchtete unter hunderten Taschenlampen und ein Chor aus Fans trug Zeile um Zeile vor. Gänsehaut pur – auch bei Charles.

Wozu eine große Band, wenn man es allein mit Stimme, Sympathie, Gitarre und Klavier schafft, einen ganzen Saal zu bewegen. Charles und auch Roads&Shoes haben dies geschafft. Auch mit dem emotionalen Song “Sanctuary” aus der TV-Serie, den er dort als Deacon mit Maddie und Daphne gemeinsam für Rayna singt. Es war ein unglaublicher Moment. Und als kleinen hübschen Bonus sangen alle drei eine kleine Einlage im Köllschen Dialekt.