Name: Marla Grey / Anina von Jesche
Geburtsjahr: 1986
Wohnort: Europäisches Ausland
Hobbys: lesen, schreiben, fotografieren, in der Natur sein, reisen, malen, kochen.
Hauptberuflich: Autorin und Mutter.
Bisherige Werke: Wiedersehen in Red Oak Mountain (1), Begegnung in Red Oak Mountain (2), Weil ich dich zum Atmen brauche

Wie bist du zum Schreiben gekommen? Was und wann war der Auslöser, dass du angefangen hast, Geschichten zu schreiben?

Worte haben mich schon immer fasziniert und ich kann mich gar nicht an eine Zeit erinnern, in der ich nicht geschrieben habe. Ich glaube, ich war acht oder neun Jahre alt, als ich meine erste kleine Geschichte geschrieben habe. Mit dreizehn habe ich einen Sommer lang mit einer Freundin zwei Bücher geschrieben, sie aber nie veröffentlicht. Geschrieben habe ich also irgendwie schon immer: Briefe, in Foren, auf Webseiten. Mein Debüt habe ich dann aber erst vor ein paar Jahren in Angriff genommen, genauer gesagt, als ich mit meiner zweiten Tochter schwanger war. Vorher bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, wirklich zu veröffentlichen.

Pro und Contra: Veröffentlichung durch einen Verlag oder doch eher Selfpublisher? Wie stehst du dazu, wo dein jetziger Roman ohne Verlag ist?

Meine ersten drei Bücher sind über einen Verlag erschienen und damals war ich wahnsinnig dankbar, dass ich die Möglichkeit bekam, zu veröffentlichen und dabei einen Profi an der Hand zu haben. Damals hätte ich mir nicht zugetraut selbst zu veröffentlichen – heute ist das Anders. Nach drei Romanen habe ich gemerkt, das ich mich mit mehr Freiheit weitaus wohler fühle. Nicht nur selbst entscheiden zu können, wann und auf welche Weise ich veröffentliche, sondern besonders auch die Cover und den Titel so zu gestalten, wie es mir gefällt und nicht wie der Verlag das vielleicht besser findet.
Verlage bieten eine Menge Vorteile (wie z.b. ein professionelles Lektorat, ein Cover, Werbung), aber eben auch den Nachteil, dass in diesen Bereichen mitunter der Verlag die letzte Entscheidung trifft.

Woher nimmst du deine Inspirationen? Was brauchst du, um sagen zu können, daraus mache ich jetzt eine Geschichte?

Das kann ich gar nicht so genau beantworten. Die Ideen entstehen auf unterschiedliche Weise. Manchmal ist es ein Song, den ich höre, manchmal ein Satz, der mich nicht loslässt und ab und zu ein Artikel in der Zeitung/im Internet, mit einer Geschichte, die den Anstoß gibt. Und natürlich bietet auch das Leben um mich (die Menschen, denen ich begegne, die Dinge, die ich erlebe, die Sachen, die mich geprägt haben) immer einen Teil davon.
Manchmal ist es auch nur eine Frage: Was-wäre-wenn … In Ashleys Geschichte könnte das zum Beispiel so aussehen:
Was wäre, wenn der wichtigste Mensch in deinem Leben plötzlich nicht mehr da ist?

Musik spielt eine große Rolle in deinem neuen Roman. Wie wichtig ist dir die Musik?

Mir selbst ist Musik auch sehr wichtig. Ich brauche sie zum Schreiben, am Besten laut über Kopfhörer. Musik drückt Gefühle einfach auf eine einzigartige Weise aus und das liebe ich.

Du greifst ernste Themen auf, die oft totgeschwiegen werden in unserer Gesellschaft. Selbstmord ist ein brisantes Thema. Wie kommt es, dass du über solche Themen sprichst?

Ich glaube zum Teil entspringt es tatsächlich dem Wunsch, genau jene Themen anzusprechen, die sonst totgeschwiegen werden, denn ich finde dass genau das noch viel zu oft passiert. Im echten Leben kämpfen eine Menge Menschen mit wirklich schlimmen Dingen, ihrer eigenen Geschichte oder damit, nicht so zu sein wie die Anderen. Das in meinen Romanen aufzugreifen fühlt sich richtig und auch wichtig an, vielleicht auch, weil ich dadurch das Gefühl habe, zumindest innerhalb einer fiktiven Welt Aufklärung zu leisten. Das mag zum Teil auch damit zusammenhängen, das ich aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt irgendwie nie richtig dazuzugehören oder viele ganz wundervolle Menschen kenne, die jeden Tag mit ihrer eigenen Geschichte kämpfen. Auch das Thema Selbstmord (um das es unter Anderen in All the broken pieces & you geht) ist da keine Ausnahme. Ich bin einigen Menschen begegnet, die darüber nachgedacht haben, sich das Leben zu nehmen. Eine der prägendsten Erfahrungen war dabei wohl, dass ich als Fünfzehnjährige einen guten Freund hatte, der so verzweifelt war, dass er sich das Leben nehmen wollte. Ich kann noch heute – mehr als fünfzehn Jahre später – fühlen, wie ohnmächtig es mich gemacht hat, ihm nicht helfen zu können und Angst zu haben, am nächsten Morgen zur Schule zu kommen und zu erfahren, dass er nicht mehr lebt.

Jake ist Vater. Du drehst die Situation so, dass er darunter leiden muss. Was willst du deinen Lesern damit sagen?

Das es immer mehrere Seiten einer Geschichte gibt. Wir neigen sooft dazu, alles schwarz oder weiß zu sehen, obwohl man es eigentlich gar nicht in die eine oder die andere Schublade stecken kann. Außerdem geht es mir darum zu zeigen, dass die Entscheidungen die wir treffen und die Erfahrungen die wir machen, unweigerlich mit uns verbunden sind. Jemand anders – nehmen wir Keaton Allert, einer der Freunde von Jake – hätte sich in der selben Situation ganz anders entschieden, als es Jake schlussendlich getan hat.

Wie geht es weiter? Was erwartet deine Leser in Zukunft?

Im Herbst erscheint die Fortsetzung zu ALL THE BROKEN PIECES & YOU, in dem nicht nur die Geschichte um Ash und Jake weitergehen wird, sondern auch einige wichtige Hintergründe aufgedeckt werden.
Ansonsten schreibe ich aktuell an Teil 3, in der es um Jakes Freund Keaton Allert gehen wird. Außerdem werden auch die anderen Figuren aus Savanna Springs nach und nach ihre eigene Geschichten bekommen. Und unabhängig von der Savanna Springs Reihe gibt es noch eine Menge Geschichten in meinem Kopf, die irgendwann erzählt werden wollen und ich hoffe, das ich sie irgendwann alle aufschreiben kann.

Du schreibst unter einem Pseudonym – warum hast du dich für diesen Weg entschieden?

Ursprünglich wollte ich schlicht meine schriftstellerische Tätigkeit von meinem Privatleben trennen, aber in der Praxis ist das gar nicht so einfach, wie ich es mir in der Theorie vorgestellt habe. Das hat unter anderen auch damit zu tun, dass ich Kritik innerhalb dieses Rahmens lassen kann und sie nicht auf mich als Mensch beziehe.

Welcher Autor hat dich beeinflusst, wenn du selbst nur Leser bist?

Eine Autorin, die ich zumindest sehr für ihre Art Geschichten zu schreiben bewundere, ist Coleen Hoover. Ob sie mich beeinflusst hat, kann ich nicht so richtig beantworten, denn dafür lese ich einfach viel zu viele ganz unterschiedliche Arten von Geschichten und unterschiedliche Autoren. Aber was ich sagen kann ist, dass es mich inspiriert, wenn Autoren es schaffen mit einfachen Worten komplexe Dinge auszudrücken.

Ein kleines Spiel am Ende! Ich nenne dir einen Begriff und du antwortest aus dem Bauch heraus.

Land? Rumänien, weil es ein wunderschönes, gastfreundliches und vollkommen unterschätztes Land ist.
Charaktereigenschaft? Empathie, weil ich glaube, das es davon niemals genug geben kann.
Farbe? Lila, einfach weil es meine Lieblingsfarbe ist.
Tier? Katze, weil ich Katzen einfach liebe.
Berühmte Persönlichkeit? Taryn Bumfid, weil ich sie für ihre Art sich in die Öffentlichkeit zu stellen und für das gesamte Embrace-Projekt wahnsinnig bewundere.
Zitat? DIE WITH MEMORIES, NOT DREAMS. Weil es das ist, was ich mit dem Schreiben von Büchern versuche und es meine Art zu leben wiederspiegelt.