Millionäre hier … BDSM hier …

Mittlerweile trifft man jene Storys in jedem zweiten Buch an. Der Kern ist der gleiche, nur das Drumherum wird immer wieder versucht anders dargestellt zu werden. Ein riesiger Hype ist dadurch entstanden. Alles begann mit FSOG. Und weil die Reihe bei vielen so gut ankam, versuchten andere dem nachzueifern. Mit Erfolg? Das kann man jetzt sehen, wie man will.

Aber von vorn! Was ist denn eigentlich ein Hype? Als erstes sollte man unterscheiden, um welchen Hype es sich denn handelt. Ein Internetphänomen, das laut Wikipedia eine sich schnell verbreitende Datei im Netz ist!? Ein Medienhype, der eine aufgebauschte oder übertriebene Nachricht in den Massenmedien ist!? Oder doch ein Fad, der eine kurzfristige Massenbegeisterung auslöst!? Eins steht in jeder Hinsicht fest: Ein Hype ist und bleibt eine Übertreibung! Und wenn man mich fragt, eine allmählich ziemlich lästige Übertreibung!

Ich persönlich versuche mittlerweile sogar einen Bogen darum zu machen. Meine Wenigkeit will sich allgemein keinem Hype anschließen. Ich bin oft sehr spät bei den Büchern, die in den Medien gehypt werden. Das hat nichts mit Ignoranz oder Arroganz zu tun – ich bekomme das alles schon mit, aber ich will es nicht. Ich möchte mich nicht anschließen, weil es genug andere gibt, die sich darum reißen. Vielleicht liegt das daran, dass ich viel lieber im Hintergrund stehe, beobachte und mir meine Meinung bilde in dem ganzen Aufruhr, der da regelmäßig entsteht. Es könnte aber auch daran liegen – und wahrscheinlich werden mich einige unter euch dafür hassen -, dass ich einfach „satt“ bin.

Ich könnte jetzt tiefer graben und versuchen Vergleiche aufzustellen. Nehmen wir „Pretty Woman“. Ein toller Film, eine fantastische Story. Millionär bucht Prostituierte und verliebt sich. Bauen wir an die Grundidee eine miserable Kindheit, machen aus der Prostituierten das jungfräuliche Mauerblümchen und stecken noch eine Peitsche dazu, dann haben wir unseren Mr. Grey. Vielleicht bin ich betriebsblind, aber es läuft irgendwie immer nach dem gleichen Prinzip ab. Und dann sehen diese Millionäre auch noch verflucht gut aus – wo gibt es denn so was? Wieso sind die denn alle so selbstbewusst oder gar selbstverliebt, wenn es ihnen doch so schlecht als Kind ging? Müsste da nicht wenigstens ein bitterer Nachgeschmack vorhanden sein? Aber nein, sie sind umwerfend! Und zum krönenden Abschluss schafft das weibliche Gegenstück es auch noch, den Bad Boy zu einem zahmen Kätzchen zu machen.

Glücklicherweise sind Geschmäcker verschieden und jeder darf eine eigene Meinung haben.

Eure Nine