Alexandra Schwarting schreibt unter ihrem Klarnamen Liebesromane zwischen Gastronomie, Landwirtschaft und dem Landleben. Sie selbst ist gelernte Hotelfachfrau und ihr Mann Landwirt. Jene Themen finden sich in ihren Büchern wieder, aber ohne das vorprogrammierte Bild „Bauer sucht Frau“ – Landwirt, 3 Hühner, 5 Enten, einen halben Hektar Wald -, sondern so, wie es heute real ist. Die Frau läuft eben nicht im Kittel und mit Kopftuch umher oder sitzt auf dem Schemel zum Melken. Alexandra will den Leser mit ihren Geschichten nicht belehren, sondern aufzeigen, wie es neumodisch funktioniert und damit das eigene Kopfkino anregen und Emotionen nachempfinden lassen.

In der „Im Mantel von Rosmarin und Lavendel” – Trilogie geht es um eine junge Frau, die einen landwirtschaftlichen Betrieb erbt, aber gar nicht aus dieser Branche kommt. Alexandra will zeigen, dass es jeden von uns so passieren könnte, weshalb sie realitätsnah schreibt. Selbst ihre Recherchearbeit sieht dementsprechend aus. Sie ist sich nicht zu schade dafür, selbst mit „anzupacken“. Oder sich mit jenen Menschen zu treffen, die ihr ihre Fragen beantworten können. Somit sind es keine Klischees, von denen sie erzählt – es ist echt. Ihre Geschichten fallen in eine Nische, in der sie sich jedoch pudelwohl fühlt. Selbst bei unserem Gespräch konnte man das hören und auch sehen.

Mit der Gastronomie verhält es sich ähnlich – man hat sofort ein Klischee im Kopf. Ob es nun das „Tellertaxi“ oder die „Saftschupse“ ist – jeder weiß, wovon die Rede ist. „Du kannst den Teller auf einer Hand tragen, das ist wunderbar, aber zu mehr bist du nicht zu gebrauchen“, spricht die Autorin aus eigener Erfahrung. Doch eigentlich steckt viel mehr dahinter. Und genau solche Dinge finden sich in ihren Büchern wieder.

Das Landleben nimmt sie selbst gerne etwas auf die Schippe. In ihrem Roman „Auf drei Beinen bis ins Glück“ ist Claralina eine typische Stadtpflanze und Ole das einfache Landei. Mit Witz und Humor erzählt sie von den Ansichten, die wohl jeder schon mal selbst erlebt hat. Ob nun Entfernungen, die bei dem einen anders gesehen werden oder Bräuche und Traditionen, die auf dem Land deutlicher zu spüren sind, wie in der Stadt.

Bevor Alexandra wirklich mit dem Schreiben beginnt, muss sie im Kopf regelrecht angeschrien werden. „Schreib uns jetzt auf, wir sind deine Gedanken und wollen raus“, scherzt sie. Taschentücher sind Hauptbestandteil ihrer Arbeit. „Ich heule jedes Mal und mein Mann fragt immer, was denn bei mir schon wieder los sei“, lacht sie. Außerdem benötigt sie Musik in den Ohren, die sie je nach Stimmung der verschiedenen Szenen auswählt. Beim Überarbeiten aber hört sie immer klassische Musik. Ansonsten braucht sie noch einen Kaffee oder Wasser.

Ihr Debüt hat sie nachts geschrieben. Damals war ihr Tagesablauf durch ihren Job ziemlich durcheinander. Während sie früh nach Hause kam, ging ihr Mann raus zur Arbeit. Aber mittlerweile ist sie ein Morgen-Schreiber.

Auch mit ihr haben wir ein kleines Spiel gemacht.
Farbe – Flieder
Tier – Pferd
Land – Niedersachsen
Charaktereigenschaft – Chaotisch
Berühmte Persönlichkeit – Justice Joslin
Motto – Kopf aus, Seele an!